MIA- Miteinander Auszeit
20. März 2021

„Selbstreflexion“

„Selbstreflexion“

Zugegeben- es ist einfacher mit dem Finger auf Andere oder Anderes zu zeigen und alle- auch sich selbst glaubhaft zu machen, dass der/die/das für meine aktuelle Situation, meine aktuellen Emotionen verantwortlich ist.

Doch wenn wir uns selbst die Frage stellen, ob es uns danach besser geht, oder ob sich dann irgend etwas ändert, behaupte ich, dass wir diese verneinen müssen.

Wer sich die Aufgabe gestellt hat genau das zu vermeiden beziehungsweise zuerst vor seiner/ihrer Tür zu kehren, wird schnell erkennen, dass die meisten Dinge, die mich „triggern“ beziehungsweise die meisten Emotionen mehr mit mir als mit externen Faktoren oder Personen zu tun haben.

Die Fähigkeit, diese Herausforderungen zu transformieren und sie als Möglichkeit für eine Selbstreflexion und in weiterer Folge auch für eine Arbeit an sich selbst zu nutzen, fällt oft schwer. Auch für mich gibt es wie bereits oben erwähnt „Trigger“, die eine unglaubliche Herausforderung darstellen und es viel Kraft erfordert, bei mir zu bleiben.

Doch ich versuche dem Prinzip zu folgen, dass die Themen, denen ich mehr Aufmerksamkeit schenke, auch immer mehr Energie bekommen und das ist das Letzte was ich möchte. Auch wenn es Situationen gibt, Reaktionen gibt, Emotionen und auch Ungerechtigkeiten gibt, die mich verletzen und die für mich oft nicht nachvollziehbar sind übe ich mich darin, mich bestmöglich auf mich und meine Themen zu konzentrieren. Mal funktioniert es besser, mal weniger, aber auch wenn es oft anstrengend ist und ich gerne diese Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen würde, weiß ich inzwischen, dass manche Dinge so sind wie sie sind und ich nicht alles verstehen muss.

Im letzten Jahr gab es für mich viele Lernfelder und Herausforderungen und nach wie vor ist es nicht immer einfach bei mir zu bleiben. Doch wenn ich etwas aus meiner Geschichte und dem Weg, den ich bereits gegangen bin, gelernt habe, dann das, dass es immer etwas zu lernen gibt und dass es sich lohnt diese Herausforderung anzunehmen.

Nach wie vor bin ich überzeugt, dass ich ohne den „Schuss vor den Bug“ – sprich ohne meine Erfahrungen, die ich gemacht habe, nie begonnen hätte umzudenken. Nach wie vor bin ich – auch wenn es für viele komisch klingt, dankbar dafür, dass ich dadurch meinen Fokus verändert habe und begonnen habe mich mit mir selbst auseinander zu setzen.

Man muss nicht unbedingt einen schweren Schicksalsschlag, eine Krankheit oder ein anderes Ereignis haben, welches uns zum Wesentlichen zurückbringt – aber aus Gesprächen mit vielen anderen, die die gleichen Ansichten teilen, habe ich herausgehört, dass es oft genau solche einschneidenden Erfahrungen sind durch die ein Umdenken stattfindet.

Wir sind erwachsen und wir sind verantwortlich für unser Leben und für die Art, wie wir mit Herausforderungen, Veränderungen umgehen. Mein oberstes Ziel ist es, dass ich diesbezüglich ein Vorbild für meine Mädchen bin – und ihnen anhand meines Beispiels zeigen kann, dass es sich lohnt sich selbst zu reflektieren und daran zu wachsen.

Jeder Mensch hat sein Paket- seine Erfahrungen, aus der Kindheit und es gibt zahlreiche psychologische Konzepte – unter anderem die Arbeit mit dem „Inneren Kind“, die genau auf diesen aufbauen. Es ist enorm interessant und wertvoll sich mit sich selbst und diesen Aspekten auseinander zu setzen.

Ich würde mir wünschen, dass immer mehr Menschen diesen Ansatz nutzen, dass sie zuerst sich fragen, was hat jetzt diese Situation, diese für mich unverständliche Reaktion mit mir zu tun hat beziehungsweise inwiefern zeigt es mir etwas auf, das ich selbst noch nicht angesehen habe – etwas an dem ich arbeiten kann und das mich auf meinem Weg unterstützt.

Mir persönlich helfen regelmäßige Gespräche mit Außenstehenden und die Gesprächstherapie, um genau das zu hinterfragen und mich selbst zu reflektieren.

Das Leben ist für mich ein Weg – ein Weg, auf dem ich lernen kann und jeder von uns findet bestimmt eine Situation, an der er wachsen kann.

Denn wie es so schön heißt: „Derjenige werfe den ersten Stein der „ohne“ Sünde ist – und fragt euch doch mal gerade in diesem Moment – ob ihr derjenige seid. 😉

Alles Liebe

Eure Christina