„Schau auf dich- Schau auf mich“
28. März 2020

„Was du tief im Herzen besitzt“

„Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Ich hätte nie gedacht, dass dieser Satz so zeitnah jemanden betrifft, der einen sehr großen Platz in meinem Herzen besaß und für immer besitzen wird.

Es ist nun fast zwei Monate her, dass mein Papa bei uns zuhause im Kreis seiner Familie gestorben ist und trotzdem fühlt es sich nach wir vor so unreal an. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass die Türe aufgeht und er wie so oft von einer seiner Reisen zurückkommt.

Ich denke, dass dieses Gefühl noch lange da sein wird – vielleicht für immer und persönlich glaube ich auch, dass ein Teil von ihm immer bei uns sein wird.

Zwar nicht physisch aber in unseren Herzen, unseren Taten, unseren Gedanken wird er immer präsent sein. Auch in den Herzen, den Taten, den Gedanken von vielen anderen Menschen, die ihn kennen gelernt haben, wird er und seine Fähigkeit mit allen offen umzugehen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen, weiterleben.

Die Zeit von September – da wurde erstmals die Diagnose Hirntumor gestellt – bis zu seinem Tod am 23. Dezember war eine Achterbahn der Gefühle. Schock, Verdrängung, Angst, Trauer und Verzweiflung und auch Wut haben sich mit Hoffnung, Freude, Vertrauen und Dankbarkeit abgewechselt.

Es war eine intensive, harte, zehrende Zeit für uns alle und doch habe ich in meinem Herzen viele Erinnerungen und Momente von Nähe und Emotionalität verankert.

Ich bin unglaublich stolz und dankbar, dass ich die Tochter von dir – Erwin Reis- sein durfte und du bist für mich ein sehr großes Vorbild. Auch in dieser Zeit haben wir als Familie einmal mehr zusammen geholfen und uns gegenseitig unterstützt, getröstet und Kraft gegeben, beziehungsweise geben sie uns nach wie vor.

Ich möchte an dieser Stelle auch meinem Partner, seiner Familie und seinen Freunden danken, die uns in dieser Zeit zur Seite gestanden sind – schön, dass es euch gibt.

Mein Papa hat während er krank war nie aufgegeben und sein Möglichstes getan den Kampf gegen das Glioblastom aufzunehmen und wie immer hat er enorme Stärke und Durchhaltevermögen bewiesen.

Er hat zwei Operationen überstanden, gegen die Nebenwirkungen der Behandlung gekämpft und bis zum Schluss versucht positiv zu bleiben.

Papa du fehlst uns unglaublich aber wir wissen, dass du gut für uns gesorgt hast und dass du in Gedanken immer bei uns bist – viele Sprüche – unter anderem „Goht nid- gibt´s nid“ werden immer in meinem Kopf sein und mich auf meinem Weg begleiten.

Du hast viel erreicht in deinem Leben und doch war es das Wichtigste für dich, dass es uns gut geht und du warst immer für uns da, wenn wir dich gebraucht haben.

Ein Blog-Beitrag reicht nicht aus um dir meine Dankbarkeit und Liebe auszudrücken und die vielen schönen Momente und Erinnerungen in Worte zu fassen – aber es ist ein Anfang.

Papa du bist der beste Papa und Opa, den man sich wünschen kann und ich bin überzeugt, dass du von da oben auf uns runter schaust und deinen Mädels – Xenia und Zoe beim Spielen zuschaust und sie dich wie immer zum Lächeln bringen. Sie vermissen dich sehr aber gleichzeitig tröstet sie der Gedanke dass da Opa immer da ist.

PAPA – WIR LIEBEN DICH.

Deine Familie

Ich möchte mich auf diesem Weg auch nochmals von Herzen bei allen bedanken, die uns in der ersten Zeit des Abschied-Nehmens, egal auf welche Art, unterstützt haben.

Danke für die vielen Briefe, die Todesanzeigen (die Anzahl hat uns überwältigt), die tröstenden Worte und Gesten der Anteilnahme und die zahlreichen Spenden für das Malawi Projekt meiner Eltern.

Wir sind dankbar für jede einzelne Aufmerksamkeit und es hat uns einmal mehr gezeigt wie viele Menschen mein Papa geprägt und/oder beeindruckt hat und dass er immer in ihren und unseren Erinnerungen weiterleben wird.

„Deine Liebe, deine Offenheit und deine Begeisterungsfähigkeit, mit der du vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hast, reichen über alle Grenzen, sogar bis über den Tod hinaus.“